Isfahan war für mich die zweite Stadt, die ich auf meiner kleinen Tour durch einen Teil Irans nach meiner Zugreise von Berlin nach Teheran kennenlernte. Nachdem ich 4 Tage in Teheran verbracht hatte, freute ich mich vor allem auf etwas weniger volle Straßen, tolle Plätze und Architektur. Außerdem würde ich hier den Silvesterabend verbringen. Wo, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, aber eins kann ich sagen: Auch hier wird gefeiert. Ich möchte dir nun meine ganz persönlichen Isfahan Tipps vorstellen. Meiner Stadtflucht geschuldet, ging es Neujahr in die Berge, es gab persische Köstlichkeiten, einen Fluss, der mal Pause machte und zum Ende hin noch einen Kinobesuch.

Mit dem Bus ging es am Abend in Teheran los, mitten in der Nacht kam ich am Busbahnhof in Isfahan an. Von dort aus fuhr ich mit dem Taxi zum Hostel. Ich nächtigte in einem eher westlich geprägten Hostel. Das erste Mal traf ich hier in Iran auf andere Reisende. Hier unternahm ich eine kleine geführte Tour mit, die mir die populärsten Sehenswürdigkeiten näher brachte. Damit werde ich hier nun auch beginnen.

Weitblick: Isfahans großer Imam-Platz

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Das wohl bekannteste Motiv Isfahans, ein riesiger Platz dessen Namen ich mir schwer merken kann: Naqsch-e-DschahanPlatz, wird jedoch auch Iman-Platz genannt. Die Weite dieses Platzes lässt sich schwer fotografisch festhalten. Hier hast du es mit einer Superlative zu tun, ist doch der Platz wohl einer der größten der Welt.

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Umrahmt ist er komplett von einer Arkatur mit Moschee, Königspalast und einem Basar. Pferdektuschen stehen parat – ein Indiz für Tourismus. Jedoch sind es viele Iraner, die hier verweilen, den Platz kreuzen, vielleicht auf dem Weg zum Basar …

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Gut sortiert und glänzend: Isfahan Basar

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Der historische Basar ist gleich nebenan. Hier findest du alles auch nur Erdenkliche! In Isfahan gibt es sehr viel Kunsthandwerk. Du kannst zuschauen wie Tücher mit persischen Mustern gestempelt werden, einfach an den Ständen entlang flanieren und dich umschauen. Ich habe in Iran allgemein wenig aufdringliche Händler erlebt. Alles wirkt gut sortiert und aufgeräumt, die Kupferwaren glänzen dich an.

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Eine kleine Delikatesse, die du hier genießen kannst während du die Architektur bewunderst: eine Kokosnuss-Dattel-Kombination. Einfach beides zusammen in den Mund und die Geschmäcker sich verbinden lassen.

Der Fluss war einst ein Fluss: Brücken in Isfahan

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Bogen um Bogen reihen sich aneinander und sollte dich über den Fluss führen. Der war bei meinem Besuch jedoch nicht vorhanden, er war komplett ausgetrocknet. So spazierte ich, wie viele andere, neben der Brücke her und hatte Spaß daran unter den Bögen entlangzutingeln. Am schönsten fand ich es eigentlich am Ufer. Dort spielten sich so viele kleine Geschichten ab, Jung und Alt tummelten sich bei einem Treffen oder Spaziergang am Ufer.

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Essen gehen in Isfahan

Einmal richtig essen gehen in Isfahan. Das tat ich in prunkvoller Atmosphäre in einem Restaurant nahe des historischen Zentrums. Fesenjan, Kasko Bademjan und Ghorme Sabzi sind typisch iranische Gerichte. Ersteres probierte ich und erschrak kurz als ich es serviert bekam.

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Erinnerte es mich doch an ein ganz anderes Gericht, was wiederum Kindheitserinnerungen hervorrief. Aber ganz weit gefehlt. Bei Fesenjan hast du es mit einer Köstlichkeit zu tun, bestehend aus unter anderem Granatapfelsirup, Walnüssen, Zwiebeln und Tomatenmark ist es ein süßlich-herbes Schmorgericht, in dem sich auch eine Hähnchenbrust versteckt. Dazu bestellte ich mir ein alkoholfreies Bier.

Silvester feiern in Isfahan

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Der 31.12. spielt in Iran allgemein kaum eine Rolle. Neujahr beginnt laut des persischen Kalenders im März. Und aktuell befinden wir uns übrigens im Jahr 1398. Trotzdem begann ich 2020 mit einem kleinen Feuerwerk mitten in Iran. Es gibt christliche Minderheiten in Iran, unter anderem ein ganzes armenisches Viertel in Isfahan. Kleine Gassen, gesäumt von Cafés und Bücherläden, bieten dir hier nochmal neue Blickwinkel. Am Silvesterabend sammelten sich hier Menschen vor der Kirche, es wurde ganz schön eng, Polizei war auch mit knatternden Motorrädern präsent. Eine halbe Stunde nach 0 Uhr ging dann eine Rakete hoch. Lautes Jubeln. Nochmal eine Stunde später ging dann ein richtiges Feuerwerk los, ein paar Jungs trommelten und tanzten. Und es gab keinen Tropfen Alkohol in der Öffentlichkeit. Dafür war der Eisladen gut besucht. So stieß ich mit Softeis an und begann das Jahr ganz süß.

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Neujahrsspaziergang in den Bergen: Guten Tag, Mount Soffeh!

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Kurz mal raus aus der Smog-Glocke, vor der auch Isfahan nicht gefeit ist. Kurz mal hoch hinaus! In ungefähr 20 Minuten gelangst du mit dem Auto zum Fuße des Berges mit Namen Soffeh. Es wäre nicht Iran, wenn nicht auch hier wieder verschiedene Verpflegungsmöglichkeiten auf dich warten würden. Kiosks, Imbisse – hungern musst du ganz sicher nicht. Hier gibt es übrigens auch den traurigen Isfahaner Zoo, in dem europäische Tiere ausgestellt werden. Die Gehege gleichen eher Vitrinen, Huskys jaulen, Waschbären, Füchse und Eichhörnchen leiden unter Hospitalismus. Die einzigen, die relativ viel Platz haben, sind Bergziegen, deren Gehege sich über ein ganzes Stück Berg erstreckt.

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Hoch zum Berg geht es dann mit der Seilbahn, Schweizer Marke übrigens. Tickets kannst du am Schalter kaufen. Oben angekommen, kannst du dann etwas in den Bergen spazieren gehen, und wenn du nicht gerade an Felswänden hochklettern möchtest, reicht hier einfaches Schuhwerk.

Kino in Isfahan

Kino isfahan

Kino ist Kultur. Ins Kino zu gehen ist eine hervorragende Möglichkeit ein Gespür für Menschen und ihre Kultur zu erhalten. Hier, in einer Seitengasse des Isfahaner Einkaufsbouldvards geschah es also. Mein erster Kinobesuch in Iran. Es sollte eine iranische Komödie werden, die zu meiner Ernüchterung zu großen Teilen in Istanbul spielte. Eine Familienkomödie auf Farsi, deren Plot ich auch ohne jegliche Iran-Sprachkenntnisse folgen konnte. Das Kino war ein altes Ding. Die Kinokasse war außen neben dem Kino gelgen, innen gab es dann gleich eine große Theke voller Snacks. Puffreis statt Popcorn. Ein alter, großer Saal mit Klappsesseln empfing mich. Film ab! Es war stockfinster im Saal. Bei Szenen mit Musik wurde mitgeklatscht, zu Ende hin rannten Kinder durch den Saal und als der Film vorbei war, wurden alle vom Personal beinahe herausgeschoben, da warteten nämlich schon die nächsten.

Du warst auch in Isfahan oder hast es vor? Hinterlass mir gerne einen Kommentar! 

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